Aktionswoche zum Holocaust Gedenktag: Luise Henkel: Zur Bedingung des modernen Antisemitismus – Freiheitsbewegung und Judenhass

Wann:
4. Februar 2021 um 19:00
2021-02-04T19:00:00+01:00
2021-02-04T19:15:00+01:00
Wo:
BBB - Studiengruppe: AStA Vorträge
Preis:
Kostenlos
Kontakt:
Referat für politische Bildung und Soziales, Malte Andresen
044412204

Zur Bedingung des Modernen Antisemitismus – Freiheitsbewegung und Judenhass

Vortrag und Diskussion

Gerade in aktuellen Zeiten der Pandemie springt selbst dem ignorantesten Betrachter des Zeitgeschehens der Zusammenhang zwischen antisemitischem Ressentiment und gesellschaftlicher Krisenerfahrung unschön ins Gesicht. Dass ersteres keinesfalls Alleinstellungsmerkmal reaktionärer oder autoritärer Gruppierungen oder Ideologien ist, sondern Antisemitismus auch bei vermeintlich an Emanzipation und Freiheit Interessierten häufig und gerne auftritt, ist angeblich schon ein alter Hut. Die momentanen Debatten um Verschwörungstheorien, die angebliche Einschränkung von Meinungsfreiheit durch die Verurteilung antiisraelischer Boykottbewegungen oder jung-sozialdemokratische Kehrtwenden in ihrer Position zum jüdischen Staat, zeigen trotzdem wiederholt die Notwendigkeit den Zusammenhang zwischen „linker“ Bewegungsgeschichte und der Entwicklung des Modernen Antisemitismus ausführlich und in historischer Breite zu betrachten.

Der Vortrag bestimmt die Genese des modernen Antisemitismus als fest verbunden mit dem Krisenmoment der kapitalistischen Moderne und dem Scheitern des Freiheitsversprechens der bürgerlichen Gesellschaft. Die Krisenerfahrung und das damit verbundene antisemitische Ressentiment bleibt dabei in den folgenden Jahrhunderten latent und zeigt sich immer wieder – mal offen, mal verschoben – in den unterschiedlichen Reaktionsweisen auf diese Erfahrung. Im Fokus stehen dabei vor allem „linke“ Krisenstrategien und ihre Verbundenheit mit antisemitischen Narrativen bis in die heutige Zeit. Grundannahme des Vortrags ist, dass eine aneinandergereihte Darstellung von Befunden des antisemitischen Ressentiments genauso wenig hinreichend dafür sein kann, den (linken) Antisemitismus auf den Begriff zu bringen, wie eine losgelöst von historischer Erfahrung formulierte Theorie, die schließlich zu herunterzubetenden Merksätzen verkommen muss.

Luise Henckel studiert in Frankfurt am Main und hält (häufig gemeinsam mit Kolja Huth) Vorträge und Workshops zur Geschichte der Deutschen Linken, Antisemitismus, Zionismus und Kritischer Theorie.

Zugang für externe:
https://conf.uni-vechta.de/bigbluebutton/api/join?meetingID=c95e3590506a28b851008d0b274c3e05&fullName=G%C3%A4st%2Ain&password=Uz5YOLe3M5fN1DatFK%2BM&webVoiceConf=&guest=true&checksum=b6898aa067c8d5c4b618819c0521e85a350edb6c

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